Die „Schalke gehört uns“-Tour der Auf Schalke eG ist in dieser Woche erfolgreich weiter durch Königsblau-Deutschland gezogen. Bei den Stopps in Münster und Frankfurt nutzten erneut viele Fans und Mitglieder die Gelegenheit, sich das Modell der Genossenschaft im Detail erklären zu lassen und ihre Fragen direkt an die Verantwortlichen zu richten. Dabei machte S04-Finanzvorständin Christina Rühl-Hamers deutlich, warum die Genossenschaft für Schalke 04 gerade jetzt so wichtig für den Erfolg in der Bundesliga ist.
Die zentrale Botschaft der beiden Abende war klar: Wer den FC Schalke 04 sportlich dauerhaft stärker machen will, muss auch über wirtschaftliche Handlungsfähigkeit sprechen. Zahlreiche Fans und Mitglieder teilten diese Einschätzung und zeichneten direkt vor Ort erstmals Anteile an der Auf Schalke eG oder stockten ihre Beteiligung weiter auf.
Direkter Austausch mit den Vorständen von Genossenschaft und S04
In Münster stellten sich Jürgen Gerdes, Vorstandsvorsitzender der Auf Schalke eG, S04-Finanzvorständin Christina Rühl-Hamers, die zugleich dem Vorstand der Genossenschaft angehört, sowie Sportvorstand Frank Baumann den Fragen der Besucher. In Frankfurt setzten Jürgen Gerdes, Sportdirektor Youri Mulder und der S04-Vorstandsvorsitzende Matthias Tillmann den Dialog fort. An beiden Abenden prägte eine positive Stimmung den Austausch: Zahlreiche Fans und Mitglieder zeigten sich besonders davon angetan, dass sich die Verantwortlichen von Genossenschaft und FC Schalke 04 viel Zeit nahmen, die Bedeutung der Genossenschaft für die Zukunft des Vereins zu erklären und offene Fragen direkt zu beantworten.

Christina Rühl-Hamers: „Auf der Eigenkapitalseite müssen wir vorankommen“
In Münster arbeitete Christina Rühl-Hamers heraus, warum die Genossenschaft für Schalke 04 so wichtig ist. „Die Genossenschaft schlägt zwei Fliegen mit einer Klappe: Liquidität und Eigenkapital“, sagte die Finanzvorständin. Auf der Liquiditätsseite stehe der S04 derzeit ordentlich da, auf der Eigenkapitalseite müsse der Verein dagegen weiter vorankommen – auch mit Blick auf die Eigenkapitalauflage der Bundesliga. Der entscheidende Vorteil des Modells der Genossenschaft liege darin, dass der Verein durch den Verkauf von Stadionanteilen an die Auf Schalke eG stille Reserven heben könne, ohne die VELTINS-Arena aus der eigenen Hand zu geben: „Das Stadion bleibt in Schalker Hand – das ist der Clou.“
Rühl-Hamers machte zudem deutlich, wie eng wirtschaftliche Stabilität und sportliche Entwicklung verzahnt sind. Es gehe vor allem darum, sich aus finanziellen Nöten zu befreien und Wahlfreiheit zu erarbeiten. „Die Frage lautet oft: Muss ich einen Spieler verkaufen, weil wir schnell Transfererlöse benötigen – oder kann ich ihn halten, weiterentwickeln und damit seinen Wert steigern?“ Letztere Option sei in der Regel die für den Verein nachhaltigere Lösung. Schalke 04, so die Botschaft der Finanzvorständin, wolle keine Fahrstuhlmannschaft sein, sondern einen Kader aufbauen, der die Bundesliga halten und zugleich Werte schaffen könne. Den finanziellen Effekt des Aufstiegs ordnete sie nüchtern ein: Höhere Gehälter und Prämien wirkten sofort, zusätzliche TV- und Sponsoringerlöse dagegen zeitversetzt. „Der Aufstieg ist leider kein Trampolin, eher ein langes Treppenhaus: höhere Einnahmen kommen Schritt für Schritt – über allmählich ansteigende TV-Gelder, besseres Sponsoring und sportliche Stabilität.“

Frank Baumann: „Genossenschaft hilft Schalke 04 langfristig“
Frank Baumann gab tiefe Einblicke in die aktuellen sportlichen Fragestellungen vor der neuen Bundesliga-Saison. Der Sportvorstand betonte, dass die Genossenschaft bereits in der Aufstiegssaison einen spürbaren Beitrag geleistet habe. „Die Genossenschaft hat uns extrem geholfen“, sagte Baumann. Ohne die Mittel der Genossenschaft in der Rückhand hätte der Verein mindestens einen Stammspieler verkaufen müssen und wäre in der Kaderplanung deutlich unfreier gewesen.
Baumann ordnete zugleich ein, dass der Aufstieg nur der erste Schritt gewesen sei: „Stand jetzt brauchen wir einen Transferüberschuss. Wenn in den nächsten Wochen aber genügend Geld zusammenkommt, hätte das bereits in der aktuellen Transferphase sehr positiven Einfluss auf unsere Planung.“ Entscheidend sei dabei nicht nur der kurzfristige Effekt auf den Kader. Jeder zusätzliche Euro, der eigenkapitalwirksam bei Schalke 04 ankomme, stärke den Verein auch über die aktuelle Saison hinaus – und verbessere die Handlungsspielräume langfristig.
Erst die Spielidee, dann der passende Trainer
Auf Nachfrage aus dem Publikum erklärt der Sportvorstand, dass der sportliche Erfolg der vergangenen Saison nicht zufällig entstanden sei. Bereits vor seinem Einstieg als Sportvorstand habe der S04 klar definiert, welcher Fußball zum Verein passt. Aus dieser Spielidee seien anschließend nicht nur das Anforderungsprofil für seine eigene Rolle, sondern auch Trainerprofil und Kaderplanung abgeleitet worden. „Wir haben uns intensiv mit dem Fußball beschäftigt, den wir sehen möchten. Dann haben wir geschaut, welcher Trainer dazu passt“, sagte Baumann. Deshalb habe sich der S04 gezielt für Miron Muslic entschieden. Sein Profil habe sich genau in den Weg eingefügt, den der Verein eingeschlagen habe: klare Spielidee, hohe Intensität und der Anspruch, die Mannschaft jeden Tag weiterzuentwickeln.
Entscheidend für den Erfolg der Mannschaft sei nicht allein gewesen, gute Spieler zu finden, sondern die richtigen, zu Schalke 04 passenden Teamplayer. Spieler, die sich mit Schalke identifizieren, ihre Aufgaben kennen und „jeden Tag besser werden wollen“. Genau diese Klarheit habe in der zurückliegenden Saison den Unterschied gemacht: eine klare Spielidee, passende Profile und eine Mannschaft, die wieder mit innerer Geschlossenheit und Intensität auftritt.

Jürgen Gerdes: „Jetzt geht es um eine sportlich nachhaltige Entwicklung“
Jürgen Gerdes rückte in Münster noch einmal die Grundidee der Auf Schalke eG in den Mittelpunkt. Sportlicher Erfolg, so seine zentrale Botschaft, brauche immer auch wirtschaftliche Stärke. Die Genossenschaft eröffne den Weg, die Arena ein Stück weit an sich selbst zu verkaufen: bis zu 49 Prozent an die Auf Schalke eG, 51 Prozent bleiben beim Verein. Der zusätzliche finanzielle Spielraum für den S04 solle dazu beitragen, aus dem Aufstieg etwas Dauerhaftes zu machen. Oder, wie Gerdes auf den Punkt brachte: Jetzt gehe es darum, auch auf der Finanzseite Tempo aufzunehmen, damit der Rückenwind der vergangenen Saison nicht verpufft, sondern in eine sportlich nachhaltige Entwicklung für Schalke 04 mündet.
Aktuelle Termine der Tournee
Münster und Frankfurt setzten den positiven Verlauf der „Schalke gehört uns“-Tour in dieser Woche fort. Beide Abende zeigten, wie wichtig der direkte Austausch mit Schalkern ist: transparent, nahbar und mit dem gemeinsamen Verständnis, dass Schalke 04 seine sportliche Zukunft nur mit wirtschaftlicher Stärke dauerhaft gestalten kann.
Bei den nächsten Stationen der Roadshow kommt es aus organisatorischen Gründen vereinzelt zu Terminverschiebungen. Die jeweils aktuellen Tourdaten veröffentlicht die Auf Schalke eG unter aufschalkeeg.schalke04.de. Interessierte Fans und Mitglieder finden dort alle Termine auf einen Blick und können sich direkt für die Veranstaltungen anmelden.









