Frank Baumann redet in ein Mikrofon.

„Schalke gehört uns“-Tour: Die zentralen Statements im Überblick

Die Roadshow der Auf Schalke eG läuft – und liefert viel Gesprächsstoff. Als nächster Stopp steht Münster (30.6.) an. Vorab gibt es hier die wichtigsten Aussagen von Jürgen Gerdes, Vorstandsvorsitzender der Auf Schalke eG, und den bisherigen Gästen aus dem S04-Vorstand – zur Genossenschaft, zum Verein und zur sportlichen Zukunft.

Jürgen Gerdes über die Bedeutung der Genossenschaft …

„Schalke 04 hat in der vergangenen Saison sportlich sehr viel richtig gemacht. Was die Mannschaft abgeliefert hat, war erstklassig – deshalb spielt sie jetzt auch wieder in der Bundesliga. Aber sportlicher Erfolg braucht immer auch wirtschaftliche Stärke. Der Verein trägt bekanntlich noch Sonderbelastungen aus vergangenen Zeiten mit sich herum, die bei vielen wichtigen Zukunftsentscheidungen derzeit lähmen.

Einige Vereine in ähnlicher Situation sind den Weg der Ausgliederung gegangen. Das kann man aber nur aus einer Position der wirtschaftlichen Stärke heraus machen, für Schalke 04 ist das bis auf weiteres keine Option. Eine zweite Möglichkeit wäre, die Arena an einen externen Betreiber zu verkaufen. Dann wäre die Arena aber weg, Schalke müsste Miete zahlen und würde wichtige Erlöse aus Veranstaltungen verlieren.

Deshalb ist die Genossenschaft für uns so wichtig. Sie eröffnet einen dritten Weg: Wir Schalker verkaufen das Stadion ein Stück weit an uns selbst. Wie geht das: Wir Schalker zeichnen Anteile an der Auf Schalke Genossenschaft.  Die Auf Schalke eG sammelt das Kapital und erwirbt damit Anteile an der Stadiongesellschaft. Ziel ist es, dass am Ende des Prozesses die Auf Schalke eG 49 Prozent der Anteile an der Arena besitzt. Die restlichen 51Prozent bleiben beim Verein. Die Arena bleibt damit in Schalker Hand – und der Verein erhält durch den 49-prozentigen Anteilsverkauf an die Auf Schalke eG zugleich den benötigten finanziellen Spielraum.

Jürgen Gerdes auf der Tour.

Diese Flexibilität braucht der Verein, um wertschaffend investieren zu können: in die erste Mannschaft und in die Knappenschmiede. Wenn wir sportlich möglichst weit oben stehen, können wir mehr Geld verdienen und den Verein Schritt für Schritt stärker machen.  Andere Vereine der 1. Bundesliga haben gezeigt, wie man über Jahre durch solide Finanzen, kluge Kaderentwicklung und konsequente Nachwuchsarbeit sportlich stabil und wirtschaftlich stärker werden kann. Auch Schalke ist aus meiner Sicht ein Ausbildungsverein. Die Knappenschmiede ist eine unfassbare Erfolgsgeschichte, die Norbert Elgert seit Jahren schreibt. Diese Stärke müssen wir ausbauen, damit noch mehr Spieler den Sprung in die Bundesliga schaffen.“

Frank Baumann erzählt auf der Tour.

Frank Baumann über den Spielraum, den Schalke 04 jetzt braucht …

„Wir sind auch hier, um Danke zu sagen – an alle, die bereits in die Genossenschaft investiert haben. Das Konstrukt, über die Auf Schalke eG in die Arena des Vereins zu investieren, hilft Schalke 04 ganz konkret. Denn unser negatives Eigenkapital bleibt ein wichtiges Thema. Die Genossenschaft hat uns in der vergangenen Saison Freiheit gegeben: Wir mussten im Sommer 2025 nicht noch ein oder zwei weitere Spieler verkaufen, konnten obendrein die Eigenkapitalauflage erfüllen und sogar im Wintertransferfenster mit der Verpflichtung von wichtigen Spielern nachlegen. Die Genossenschaft hat uns in der zurückliegenden Saison extrem geholfen. Sie hat einen wichtigen Anteil daran, dass wir aufgestiegen sind.

Jetzt geht es darum, uns nachhaltig in der Bundesliga zu etablieren. Jeder Euro hilft dabei, Spieler nicht verkaufen zu müssen oder in weitere Spieler und in unsere Knappenschmiede investieren zu können.

Der Aufstieg hat gezeigt, was Schalke 04 kann, wenn Mannschaft, Trainerteam, Fans und Verein in dieselbe Richtung marschieren. Unser Cheftrainer Miron Muslic hat sich in der zurückliegenden Saison auch in herausfordernden Situationen nicht ein einziges Mal beklagt, sondern konsequent und erfolgreich mit den Spielern gearbeitet, die ihm zur Verfügung standen. Diese Macher-Mentalität brauchen wir weiter. Wir wollen auch unsere Art, Fußball zu spielen, in der Bundesliga nicht grundsätzlich verändern. Wir bleiben intensiv, aggressiv und mutig.

Die Masse macht es – deshalb empfehlt unbedingt die Genossenschaft weiter. Wenn viele Mitglieder in der Auf Schalke eG mitmachen, hat das großen Einfluss. Als Schalker entscheidet Ihr über die Genossenschaft alle ein Stück weit mit, ob wir auch in Zukunft erfolgreich sein werden.“

Matthias Tillmann erzählt.

Matthias Tillmann über die Bedeutung der Genossenschaft für Schalke …

„Ich empfinde totale Dankbarkeit gegenüber allen, die von Anfang an bei der Genossenschaft dabei waren. Die Stimmung rund um Schalke 04 und die Genossenschaft war damals zum Start der Auf Schalke eG nicht so gut – aber den perfekten Zeitpunkt gibt es nicht. Wir brauchen die Menschen, die bei so etwas mitmachen – gerade dann, wenn es nicht gut läuft.

Das, was über die Auf Schalke eG bereits zusammengekommen ist, hatte in beiden Transferphasen der zurückliegenden Saison einen sehr positiven Einfluss. Gleichzeitig ist die Genossenschaft ein Ewigkeitsprojekt. Dahinter stehen große Fragen: Wie wollen wir uns als Verein aufstellen? Wie bleiben wir unabhängig? Und welchen Beitrag kann jeder einzelne Schalker mit seinem Anteil dazu leisten? Das klingt zunächst abstrakt. Wenn man aber von oben darauf schaut, hat es eine enorme Bedeutung.

Schalke 04 hat eine Kraft wie kaum ein anderer Verein. Diese Fankultur werden viele Clubs nie haben. Oft sagt man: Das ist halt Schalke. Aber selbstverständlich ist das nicht. Wenn wir es schaffen, uns auch wirtschaftlich stärker aufzustellen und dabei unabhängig zu bleiben, dann können wir mit unserer einmaligen Fankultur an vielen anderen Vereinen vorbeiziehen. Da macht uns dann keiner was vor.“

Jürgen Gerdes spricht.

Jürgen Gerdes über den Preis eines Anteils …

„Die Idee der Auf Schalke eG lässt sich im Kern einfach erklären: Wir verkaufen die Arena ein Stück weit – und behalten sie trotzdem. Genau das geht über die Genossenschaft. Die Genossenschaft sammelt Geld von ihren Mitgliedern und kann damit bis zu 49 Prozent der Anteile an der Stadiongesellschaft vom Verein erwerben. Die Arena bleibt damit bei Schalke – und der Verein erhält zugleich finanziellen Spielraum.

Wichtig ist: Die Genossenschaft investiert laut Satzung in Infrastruktur. Der Verein wiederum kann das Geld, das dadurch frei wird, wertschaffend einsetzen. Das bedeutet: Es muss am Ende mehr herauskommen, als investiert wurde. Im Sport heißt das vor allem: Investitionen in die Lizenzmannschaft und in die Knappenschmiede. Wenn der Verein in der Bundesliga möglichst weit oben steht, kann er mehr TV-Gelder verdienen. Und wenn der S04 die Knappenschmiede weiter stärkt, erhöht er die Chance, noch mehr Spieler für die erste Mannschaft auszubilden und Kaderwert zu schaffen. Schalke 04 ist für mich ein Ausbildungsverein – und die Knappenschmiede ist eine riesige Erfolgsgeschichte.

Ich sage es gerne so: Die Genossenschaft investiert in Steine, der Verein investiert in Beine – also in die erste Mannschaft und in die Nachwuchsarbeit.

Das Geld der Genossenschaftsmitglieder ist nicht weg. Die Genossenschaft hält dafür Anteile an der Arena. Das ist ein sehr kluges Investment, denn die Arena ist profitabel - macht also Gewinne. Jedes Genossenschaftsmitglied kann trotzdem aussteigen und sein Geld zurückerhalten. Eigentlich verstehen wir die Auf Schalke eG aber als Ewigkeitsprojekt, das dem Verein dauerhaft helfen soll und bereits jetzt Wirkung entfaltet hat - also: mitmachen und dabei bleiben!

Ein Anteil kostet 250 Euro. Anders gesagt: Wenn wir an jedem Arbeitstag in einem Jahr jeweils einen Euro ins Sparschwein werfen, um Schalke stärker zu machen und wieder Derbys zu gewinnen, dann ist das doch ein gutes Angebot, oder?

Übrigens und nur mal so: Wenn die rund 60.000 Stadionbesucher, die bei jedem Heimspiel dabei sind, jeweils einmalig einen Anteil zeichnen würden, hätten wir 15 Millionen Euro. Wenn alle Mitglieder des Vereins mitmachen würden, wären es mehr als 50 Millionen Euro. Was für einen Unterschied das für unseren Verein machen würde!

Aus meiner Sicht geht es jetzt nicht zuerst um die Frage: Was kann der Verein für mich tun? Sondern darum: Was kann ich für Schalke 04 tun? Für mich wäre der Supergau, wenn mich später einmal einer meiner Enkel fragt: Warum hast du damals eigentlich nicht mitgemacht, als Schalke die einmalige Chance hatte, sich für den langfristigen sportlichen Erfolg aufzustellen?

Denn wir haben jetzt eine ganz besondere Situation: Der Aufstieg ist gelungen, wir haben ein starkes Team, einen sehr guten Trainer und einen unbeschreiblichen Zusammenhalt, der lange nicht mehr so groß war. Nach hinten zu den Fehlern der Vergangenheit zu schauen, ist einfach – aber das Spiel wird nach vorne gemacht. Jetzt geht es darum, den Schwung der vergangenen Saison mitzunehmen und daraus eine nachhaltige Entwicklung zu machen, die uns alle glücklich macht. Dafür müssen wir uns aber alle aufraffen und mitmachen: nicht auf dem Platz, sondern in der Genossenschaft!

Matthias Tillmann spricht erneut.

Matthias Tillmann über den Unterschied zwischen Spende und Beteiligung …

„Der Kauf eines Anteils an der Auf Schalke eG ist keine Spende. Unsere Mitglieder beteiligen sich damit mittelbar an der VELTINS-Arena – also an einem zentralen Vermögenswert des FC Schalke 04. Die Arena ist eine erfolgreiche Multifunktionsarena, die Erträge erwirtschaftet. Über ihre Beteiligung an der Stadiongesellschaft kann die Genossenschaft davon profitieren und Ausschüttungen erhalten.

Die Mitgliederversammlung der Auf Schalke eG entscheidet über die Verwendung möglicher Erträge. Im Moment peilt die Genossenschaft eine Verzinsung in Höhe von zwei Prozent an. Wichtig ist aber auch: Wir müssen vielleicht noch deutlicher kommunizieren, dass das eingezahlte Geld grundsätzlich zurückgezahlt werden kann. Es gibt eine Kündigungsfrist von fünf Jahren und bestimmte Restriktionen – anders als bei einer Anleihe kann pro Jahr nur ein begrenzter Teil der Anteile zurückgeführt werden. Für Notfälle gibt es aber die Möglichkeit, über eine Sonderregelung eine zügigere Rückzahlung zu erreichen.

Gleichzeitig ist die Auf Schalke eG aus unserer Sicht als Ewigkeitsmodell gedacht. Im Idealfall ist es so: Ich bin langfristig dabei, bekomme möglicherweise eine Rendite und habe Freude daran, an der Arena beteiligt zu sein und maßgeblich zum sportlichen Erfolg des S04 beizutragen.“

Die Tour ist gut besucht.

Die „Schalke gehört uns“-Tour geht weiter

Nächster Stopp der Roadshow der Genossenschaft ist am 30. Juni in Münster. Weitere Termine in Frankfurt, Bremen, Lübeck, Hamburg und München folgen im Juli. Alle genauen Daten und die Möglichkeit zur Anmeldung finden Interessierte auf der Tour-Landingpage der Genossenschaft.

Bildergalerie: Impressionen der Tour